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PNP: 5. April 2012 (von Elke Zanner)

Ein weißer Wagen für die letzte Reise

Das Innstädter Bestattungsunternehmen Graswald geht neue Wege

 

Seit ein paar Tagen hat das Bestattungsunternehmen Graswald aus der Innstadt einen neuen Leichenwagen. Der 5,50 Meter lange Mercedes erweckt besondere Aufmerksamkeit auf den Straßen: er ist nämlich weiß. Das ist ein Novum in der Stadt und im ganzen Landkreis Passau.

Mit der Anschaffung dieses neuen Wagens geht die Bestattungsunternehmerin Josefine Graswald nach einer langen Tradition einen neuen Weg. Denn der erste Leichenwagen, den ihre Mutter im Jahre 1947 kaufte − ein DKW mit Anhänger − war schwarz, so wie auch alle nachfolgenden Modelle und so wie es in der Region hier üblich ist. Vor zwei Jahren sah Josefine Graswald das Modell eines weißen Wagens in einer Zeitschrift des Fachverbandes. Nun entschied sie sich zum Kauf. Wie das chwarze
Vorgängermodell ist auch der weiße Leichenwagen mit einem "Lichterhimmel" ausgestattet. Dies hat einen symbolischen Hintergedanken: Der Verstorben sollte in seinem Sarg nicht ins Dunkle geschoben werden, sondern dem Licht entgegengehen, erklärt Josefine Graswald. Auf Wunsch können die Angehörigen bei der Überführung auch die Lieblingsmusik des Verstorbenen einspielen lassen. Der weiße Leichenwagen hat keine Vorhänge mehr, nur eine verdunkelte Scheibe. Damit setzt die Bestatterin
auf mehr Transparenz und Offenheit im Umgang mit den Verstorbenen beim Transport. Durch die Beleuchtung sollte die Möglichkeit bestehen, dass der Sarg bei der Überführung sichtbar ist. Der weiße Leichenwagen kam bislang bei zwei Fahrten zum Einsatz, davor erteilte Pater Jakob dem Fahrzeug den kirchlichen Segen.

 

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